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Asthma bronchiale im Kindesalter

Asthma ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege. Es besteht eine überempfindlichkeit auf bestimmte Reize. Derartige Reize, z.B. Allergien oder Virusinfekte, können zu Verengung der Bronchien führen. Das häufigste Symptom ist Husten, insbesondere auch nachts und bei körperlicher Aktivität sowie nach Kontakt mit Allergenen (Hausstaubmilbe, Tierhaare, Pollen), gelegentlich kommt auch pfeifende Atmung oder Luftnot hinzu.

Ursachen für ein Asthma im Kindesalter sind z.B. eine anhaltende entzündliche Schleimhautreizung nach einem Infekt der Atemwege oder Allergien. In jedem Falle sollte länger anhaltender nächtlicher Husten mit dem Kinderarzt besprochen werden und ggf. eine weitergehende Abklärung durch einen spezialisierten Kinderarzt für Lungenerkrankungen im Kindesalter erfolgen.

Diagnostik

Zunächst erfolgt eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) durch den spezialisierten Kinderarzt, um mögliche Ursachen für die Hustenproblematik zu erkennen.

Dann wird das weitere Vorgehen zur Diagnosefindung geplant. In der Regel wird ein Lungenfunktionstest durchgeführt (bei Kindern ab 4 Jahren). Eine Messung des ausgeatmeten Stickstoffmonoxids (NO) kann Hinweise geben auf mögliche Ursachen der Beschwerden (Allergien, andere Ursachen) und kann im Verlauf zur Therapiesteuerung genutzt werden.

Ein Allergietest muss bei Verdacht auf bestehende Allergien als möglicher Auslöser der Beschwerden durchgeführt werden und kann schon ab dem 1. Lebensjahr wichtige Hinweise leifern. Evtl. sind weitere Untersuchungen erforderlich sein (Röntgenbild, Schweißtest etc.).

Therapie

Ziel der Therapie ist das Führen eines gänzlich unbeeinträchtigten Lebens: Ungestörter Nachtschlaf, volle körperliche Belastbarkeit, Vermeidung von bedrohlichen Asthma-Anfällen und Vermeidung von Krankenhausaufenthalten, Normalisierung der Lungenfunktion, Vermeidung von Langzeit-Problemen.

Auch das Vermeiden von Therapie-Nebenwirkungen ist wichtig. Dies lässt sich in der Regel erreichen, indem die Medikamente inhaliert und somit nur sehr geringe Mengen an Wirkstoff benötigt werden. Eine moderne Inhalationsbehandlung dauert heute in der Regel 2x täglich etwa 30 Sekunden.

Die wichtigsten Medikamente in der Behandlung des Asthma bronchiale sind entzündungshemmende Medikamente, welche die Grundlage der Therapie darstellen, da die bestehende Entzündung in den Atemwegen die überempfindlichkeit der Atemwege verursacht. Ist die Entzündung reduziert oder sogar beseitigt, bestehen in der Regel keine Beschwerden mehr. Am besten geeignet ist inhaliertes Cortison, evtl. auch ein Wirkstoff namens Montelukast. Entgegen weitverbreiteter Meinung ist Cortison kein giftiges Medikament, sondern ein körpereigener Stoff. In großer Menge über längere Zeit eingenommen führt Cortison allerdings tatsächlich zu Problemen: Die körpereigene Produktion wird reduziert, Stoffwechselprozesse können verändert werden, es können Nebenwirkungen auftreten. In der Asthma-Therapie wird Cortison in sehr geringer Menge inhaliert. Die Wirkungen des Cortisons bleibt auf die Atemwege begrenzt, da der Wirkstoff sich nicht im Körper verteilt (wie dies z.B. bei der Einnahme von Tabletten der Fall ist), sondern nur die Atemwege benetzt. Auch Montelukast reduziert die Entzündung in den Atemwegen. Vorteil ist die einfache Einnahme (1x täglich eine Kautablette). Allerdings gibt es relativ viele Kinder, die auf die Behandlung mit Montelukast nicht ansprechen. Auch entfallen die Vorteile der Inhalationstherapie.

Manchmal können zusätzlich atemwegserweiternde Medikamente sinnvoll sein.

Ein guter Therapieerfolg setzt ein gutes Wissen aller Beteiligten über das Krankheitsbild Asthma und über die erforderliche Behandlung voraus. Dies wird vermittelt in Asthma-Schulungskursen, wo die Kinder und Jugendlichen in kleinen Gruppen von in der Regel 6 Personen, Wissen und praktisches Wissen vermittelt bekommen zum Asthma bronchiale, zur Auslöservermeidung, zu den in der Behandlung eingesetzten Medikamenten, zur Inhalationstechnik, zum Vorgehen etc. Auch die Eltern werden in speziellen Elternkursen geschult.

Asthmainfos

Nationale Richtlinie für Asthma bei Kindern als pdf-Download.